43 EMF von Rundfunksendern

EMF von Rundfunksendern

MobilfunkmastRundfunkmast

In den Jahren 1994 und 1995 hatte das Fraunhofer-Institutes für Physikalische Meßtechnik Freiburg im Auftrag des Umwelt- und Verkehrsministeriums Baden-Württemberg zwei Studien durchgeführt, in denen beispielhaft für den Raum Freiburg die Gesamtbelastung der Bevölkerung durch hochfrequente Felder (Rundfunk, Fernsehen, Radar, Mobilfunk) und der Anteil des Mobilfunks an dieser Belastung ermittelt wurde.

Die dabei ermittelte Gesamtbelastung durch hochfrequente elektromagnetische Felder in der Fläche lag bei maximal 0,15 Prozent des nach der Verordnung über elektromagnetische Felder - 26. BImSchV - geltenden Grenzwertes. Die Hauptbelastung wurde durch Rundfunk- und Fernsehsender hervorgerufen, wogegen der Anteil des Mobilfunks, abgesehen von Bereichen in der Nähe von Sendestationen, äußerst gering ist.

Zu diesem Thema finden Sie bei bei Fraunhofer und vor allem der Bundesnetzagentur zum Teil die umfangreichen Dokumentationen. Einen Link haben wir hier nicht eingebaut, da vor allem die BnetzA die Seiten öfter neu gestaltet und weitere Informationen, die das Verständnis oft erleichtern, dann kaum gefunden werden kann. Die Untersuchungen aus den Jahren 2001/2002 etc. sind nur scheinbar veraltet - da es gesetzlichen keinen Grund gibt, diese Untersuchungen nochmals durchzuführen, werden diese Daten noch lange bestehen bleiben.

Ortsfeste Funksendeanlagen mit einer Sendeleistung von 10 Watt oder mehr benötigen eine Betriebsgenehmigung. Voraussetzung dafür ist eine sogenannte Standortbescheinigung des entsprechenden Bundesamtes (derzeit Bundesnetzagentur). In der Standortbescheinigung werden Leistungsbeschränkungen und Abstrahlwinkel mit den daraus sich ergebenden Sicherheitsabständen zu allgemein zugänglichen Bereichen festgelegt.

Eigentlich sollte hier eine Abbildung am Beispiel eines großen Sendeturms mit festzulegenden horizontalen und vertikalen Sicherheitsabständen vorhanden sein - ich habe aber kein Veröffentlichungsrecht dafür und habe dieses Bild entfernt. Im Horizontaldiagramm ist ersichtlich, daß über den für alle Richtungen geltenden Mindestabstand hinaus, für einzelne Hauptabstrahlrichtungen größere Sicherheitsabstände vorgeschrieben sind. Diese Sicherheitsabstände ergeben sich aus der Richtwirkung einzelner Antennen. Aus dem Vertikaldiagramm kann man erkennen, daß im Fall des dargestellten Sendeturms im Bereich des Erdbodens bis in 14 m Höhe Sicherheitsabstände nicht erforderlich sind. Daraus folgt, daß hier erst dann Probleme auftreten können, wenn im horizontalen Sicherheitsbereich Gebäude mit größerer Höhe als 14 m errichtet werden.

Nachtrag:  seit 2007 ist ein regelrechtes Sendersterben festzustellen, z.B. wurde die Mittelwelle 936 kHz von Radio Bremen (der Sender stand direkt neben einem Wohngebiet) 2010 abgeschaltet.  Oder auch der kleine, seit 2004 kaum genutzte SWR-Sender auf 7265 kHz am Merkur in Baden-Baden wurde 2011 abgebaut. Beides waren Sender, die in den umliegenden Wohngebäuden Feldstärken generierten, die deutlich im Grenzwertbereich lagen!