40 Frequenznutzungen

Immer wieder erschrocken bin ich, wenn auch unter Fachleuten anscheinend gar nicht bekannt ist, welche Funkdienste sich wo tummeln – und welche Möglichkeiten man hat, diese Dienste zu nutzen.
Klar, Sie können irgendeine Suchmaschine bemühen und sich Frequenznutzungspläne anzeigen lassen – die gab es in Postergröße gedruckt noch in den 90er Jahren als ernsthaftes Hilfsmittel.
Ich habe für Sie aber mal zwei Aspekte, die jetzt fast schon esoterisch oder verschwörungstheoretisch aussehen – und es überhaupt nicht sind:

Militärradar

Eine seltsame Nutzung, die Ihnen zunächst keiner benennen wird, ist Militärradar. Nicht nur das normale, ein insbesondere das Superradar der USA und genauso der UdSSR war bekannt für seine Störungen, die sich etwas wie ein Specht anhörten, eben nicht beschreibbar, aber bestimmt kein Rundfunk.
Dieses Radar auf der amerikanischen Seite soll eine Sendeantenne von 40m Höhe, 1270 Länge und in 177 km Entfernung den Empfänger mit 20 Hoher und 1518m langer Antenne besessen haben. Wozu diese Ausmaße? Nun, durch eine gezielte Ansteuerung der Antennensegmente läßt sich das abgestrahlte Signal in genau eine Richtung schwenken; angewendet wird das Prinzip der phasenweise Überlappung bzw. phasenweise Auslöschung. Sie haben also eine Antenne, die mehrere Wellenlängen lang ist und entsprechend geschickt sich auf eine bestimmte Richtung einstellen läßt. Nutzen des Ganzen ist die Erkennung feindlicher Flugobjekte in bis zu 3000km Entfernung, da die eingesetzte Kurzwelle an bestimmten Schichten in der Ionosphäre reflektiert wird – eben wir die Signale entsprechender Rundfunksender aus der ganzen Welt. Nachteil ist die Abhängigkeit von der Ionosphäre, die zum einen Tags und Nachts ganz andere Eigenschaften besitzt und zudem von Dingen wie dem Sonnenwind abhängig ist.

Überreichweitenempfang

ÜberreichweitenempfangDamit zu einem anderen Thema: auch Fernsehen muss nicht so ein langweiliges Ding sein, wie Sie denken. Früher einmal war es möglich, auf bestimmten Kanälen bei Überreichweiten ausländische Programme zu sehen. Denn die untersten Fernsehkanäle sind nicht so weit von der Kurzwelle entfernt, dass nicht manchmal doch Kurzwelleneigenschaften auftreten können. Auf diese Art sind mich manch interessante Beobachtungen von Fernsehprogrammen gelungen, wie TVE Espana in Norddeutschland... o.k. heute, dank Satellitentechnik eigentlich was normales, damals völlig abgedreht. Man muss sich auch vor Augen führen, dass damals die meisten Fernsehzuschauer die Wahl zwischen genau drei Programmen hatten – mehr gab es nicht. Ein Ende dieser Zeit fing mit dem Kabelfernsehen an, denn dieses sendet kabelintern genau auf den Kanälen, die diese Überreichweitenmöglichkeiten  besaßen, also aus und vorbei. Damals wurde der Begriff „zulässige Störaussendung“ auch für diese Art von Nutzung neu angewendet, denn jedes Fernsehkabel mit etwas Signal strahlt dieses Signal nach außen. Gedämpft zwar, auch noch immer so stark, dass Sie keinen Überreichweitenempfang machen können und noch oft so stark, dass auch der normale Rundfunkempfang z.B. im Auto durch Kabelprogramme massiv gestört wurde.

Damit langsam zum Thema, dass mich bei „Elektrosmogjünger“ immer faszinierte: würden diese die eigenen Argumente ernst nehmen, müßten diese die bestehenden Rundfunksender verbieten – und nicht die Handys.