23 Skalare Wellen

Die Theorie der skalaren Wellen

Ein war einmal, wollte ich gerade schreiben, aber das wäre falsch. Es gab eine Theorie, die von einem Professor im Schwarzwald verbreitet wird, bei der sich zunächst allen Lesern die Haare sträuben werden – nicht, weil Sie statisch aufgeladen sind und sich abstoßen, sondern weil diese Theorie zunächst einmal das Verlassen des bekannten und bewährten Wissensterrrains erfordert. Diese Theorie wird zitiert, wenn es um Schwingungen geht, die sich nicht mit der normalen Feldtheorie erklären lassen - und wenn man nicht in die Quantenphysik abtauchen möchte.

Stellen Sie sich einmal vor, eine elektromagnetische Welle würde sich nicht in der zur elektrischen Feldstärke senkrecht stehende Ausbreitungsrichtung ausbreiten (desgleichen gilt für die magnetische Feldstärke)….. Elektrische und magnetische Feldstärke stehen ja im Fernfeld sowieso immer senkrecht aufeinander. Jetzt brummeln Sie als Leser vermutlich, denn ein Ingenieur fragt sich jetzt zunächst „was soll´s?“, der Physiker „warum nicht“ und der Laie „?“. Wo liegt das Problem? Nun, dann wird es mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit für elektromagnetische Wellen schwierig, denn eigentlich, nach meinem amateurhaften Verständnis, geht das nicht, denn habe ich nicht mehr Ausbreitungsgeschwindigkeit v, typischerweise im leeren Raum angesetzt als gleich c der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichtes, dann …bekomme ich meine Maxwellschen Gleichungen nicht angepasst.

Moment, wird mancher Leser rufen, wie war das mit den gebeugten Geraden, der Theorie, das sich Licht von einem massereichen Körper anziehen lässt? Ja, Danke für den Hinweis, da habe ich auch aufgehört. Mir erscheint, hier könnte man problemlos einige Studienarbeiten durchführen, für die viele Studenten dankbar sind: keine praktischen Versuche, nur komplexe Theorien, über die sich trefflich Stunden diskutieren lässt. Da versuche ich zunächst einen anderen Weg…. Sie lesen es heraus: diese Theorie ist nicht meine Stärke, ich hielte es aber für Schade, wenn Sie nicht diese kleine Theorie gehört oder gelesen haben würden. Denn die Möglichkeiten wären fantastisch: bei einer Ausbreitungsgeschwindigkeit, die sich weitgehend unabhängig vom Medium bestimmen lässt, wären Erklärungen und Begriffsbezeichnungen möglich, die Ihnen bestimmt schon einmal bekannt geworden sind:

  • Plasmawellen
  • Elektromagnetisch-thermische Wirbel
  • Morphogenetische Felder
  • Biophotonen
  • Erdstrahlung …
  • und natürlich Rauschen.

Kommt Ihnen das zu fantastisch vor? Ich zitiere die teilweise herrlich logische Beschreibung von Herrn Prof. Dr.-Ing. Meyl: „Wenn eine Stehwelle heruntergebremst wird bis zum Stillstand, dann bilden sich stehende Wirbel. Nehmen Sie einen Wirbel und lassen Sie diesen einrollen, dann wird die Wellenlänge immer kleiner und die Frequenz entsprechend größer und ein solches Gemisch über eine große Frequenzbandbreite nennen wir bekanntlich Rauschen!“ Ich bekomme so etwas zwar über die Zunge, gedanklich schaffe ich es leider nicht, dieses Experiment durchzuführen. Vermutlich besteht da Erklärungs- oder besser „Forschungsbedarf“, denn eine stehende Welle ich für mich nur die anschauliche Beschreibung von hochfrequenten Wellen mit einem sogenannten Strombauch bzw. einem Spannungsmaximum. Die etwas umfangreichere Beschreibung folgt nun, da das Thema gerne durch die Welt geistert.. und zu seltsamen Pseudoerklärungen führt:

Die Stehwelle

Wir stellen uns einen Sender, eine Übertragungsleitung ("Antennenkabel") und einen Abschlußwiderstand vor. Wenn bei allen dreien der Wellenwiderstand übereinstimmt, wird die vom Senderausgehende Welle zum Abschlußwiderstand übertragen und dort, eben wie es bei einem Widerstand so ist, in Wärme umgesetzt. In der Praxis ist dieser Wellenwiderstand z.B. eine Antenne. Das besondere an diesem Fall ist, dass man auf der gesamten Kabellänge überall Spannung und Strom in gleicher Größe messen kann, natürlich nur in der Theorie, denn praktisch kommen immer kleine Verluste zustande, auch wird durch den Messeingriff die Stärke des Stromes bzw. der Spannung verändert usw.

Kabelliegen eigentlich nur in der Erde, sagt der Elektriker, doch als Hochfrequenzbegeisterter bleibe ich beim bekannten Ausdruck Antennenkabel, also diese Antennenkabel sind immer nur für bestimmte Frequenzbereiche gut nutzbar. Bei der heutigen Technik ist die Art und der Aufbau von HF-Leitungen ein sehr komplexes Gebiet, in dem für scheinbar jeden Anwendungsfall spezielle Leitungen zu finden sind. Wer sich ein heutiges Fernsehantennenkabel ansieht, wird zunächst denken "hat sich doch kaum was geändert, innen ist die "Seele", außen der Mantel....nur wird dabei gerne vergessen, dass das hochfrequente Signal nicht nur als Strom auf dem Innenleiter ("Seele") fließt, sondern ganz wesentlich im Raum zwischen Seele und Mantel! Deshalb sind dem Einsatzbereich entsprechende Leitungen so wichtig, deshalb müssen alte Leitungen ersetzt werden!

Zu unserem Beispiel zurück: stellen Sie sich vor, der Abschlußwiderstand fehlt, Sie haben also z.B. die Leitung durchtrennt. Dann kann am Ende kein Strom fließen, die Welle wird also quasi reflektiert, es befinden sich quasi zwei Wellen auf dem Leitungsstück: ein hin- und eine zurücklaufende. Da die gleiche Frequenz vorliegt, überlagern sich diese beiden und bilden eine so genannte stehende Welle, die eben durch die Spannungsmaxima am Ende und den Strombauch eine viertel Wellenlänge davor gekennzeichnet ist... und dieser Strombauch tritt alle halbe Wellenlänge wieder auf. Vielleicht kennen Sie aus dem Physikunterricht dann die Versuche mit den kleinen Lämpchen, die alle Lambda-halbe aufleuchten. Soweit zur Erinnerung kurze Anmerkungen zur Stehwelle, denn das eigentliche Thema war die skalare Welle.

Die contra-skalare-Wellen-Meinungen

Normales StrahldiagrammDas faszinierende am Thema Elektrosmog oder auch skalare Wellen ist die Vermengung von Begriffen aus der klassischen Hochfrequenztechnik und der Physik, welche entsprechend zu experimentellen Aufbauten führt, die jemanden wie mir die Haare wieder zu Berge stehen lassen. Die Versuchsaufbauten erkläre ich in allen Effekten wie auch zahlreiche andere Personen als bewusste totale Fehlanpassung von Hochfrequenzübertragungsstrecken.

Doch wie lautet dann eine Erklärung des Entdeckers dieser Theorie: „die Telefongesellschaften (als Beispiel) haben all meine Bücher angeschafft und doch kein Interesse an meiner Forschung“. Erst wenn eine Bürgerinitiative die Goldgräberstimmung (neue Sendemasten für neue Netze zu errichten etc.) bremst und sagen würde “halt, schaut mal, Skalarwellen gibt es und deshalb muss die Genehmigung neu überprüft werden, bevor ein Mast errichtet wird“, genau dann hätten wir einen deutschen Technik-GAU der aktuellen Art und Weise: es gibt immer Möglichkeiten, eine Nutzung einer bestehenden und bewährten Technik zu erschweren. Vielleicht gibt es deshalb auch manchmal recht harsche Worte...

Es gibt im Internet nett nachzulesen Versuche zum gerne zitierten Meyl'schen Experiment. Es ist erstaunlich, wie beim gleichen Experiment die Ergebnisse auseinander gehen können, denn mal funktioniert die Energieübertragung, mal nicht, wenn z.B. der Verbindungsleiter an einem beliebigen Punkt geerdet wird. Im Verbindungsleiter fließt bei allen einstellbaren Frequenzen ständig ein Strom - nach Tesla's Originalexperimenten oder dem, was man davon kennt, dürfte kein Strom fließen.

Bei den Versuchen, die ein, so drücke ich es aus, Fachmann der HF-Technik durchführt, wurde auch festgestellt, dass der Amplitudenverlauf frequenzabhängig ist und je nach verwendeten Spulen mehrere Resonanzpunkte zeigt. Man kann die Übertragung von Energie dabei durch induktive Kopplung erklären, d.h. es wird wie bei einer induktiven Kochplatte Energie ohne Verbindungsleiter übertragen. Bei größeren Abständen schient die Übertragung dagegen mehr über den Verbindungsdraht zu funktionieren. Damit erklärt sich auch, warum bei Einsatz eines sogenannten Faraday'schen Käfigs eine Energieübertragung stattfinden kann.

Bei der Übertragung soll nach Tesla ein hoher Wirkungsgrad erzielt werden können, was auch bei Meylschen Experiment erwartet wird. Doch wenn man den Wirkungsgrad dieser Übertragungsstrecke als Quotient von Leistung am "Empfänger"-Ausgang verglichen mit der Leistung am "Sender"-Eingang errechnet, ergeben sich für die HF typische Werte von etwa 0,2 bis 0,3 und keines fall um oder gar über 1.

Konsequenz dieser Versuche: anscheinend werden mit dem sog. Meyl'sche Experimentierset ganz gewöhnliche Hochfrequenzversuche im Sinne einer nicht vorhandenen Anpassung von einem Sendersystem (Sender, kurze Leitung, Antenne) und einem Empfänger (Antenne, kurze Leitung, Empfänger) durchgeführt. da empfehle ich Ihnen lieber einen Physikkurs einer Schule oder einen Amateurfunklehrgang im Sinne "Vorbereitung auf die Amateurfunkprüfung".

Wenn Sie andere Lösungsansätze suchen, empfehle ich Ihnen z.B. das Buch von Wolfgang Friese "offene Kondensatoren" aus dem Jahr 2011.

Wenn Ihnen jemand was vom Pferd erzählt

Lassen Sie mich noch eines einbauen: es gibt Mitbürger, die schwärmen von der Kraft der Kristalle. Ich habe mir deshalb einen sogenannten Rosenquarz angeschafft, einen vergleichsweise sehr preiswerten Vertreter der Art. Auch habe ich diesen sauber gehalten und mit HF bestrahlt und doch keinerlei Effekte messen oder vorführen können: ich kann mir auch nicht erklären, was oder wie diese Steine wirken sollen. Ja, ich kann die sofort zerstören, wenn ich solche wasserhaltigen Kristalle in die Mikrowelle lege - das ist kein Beweis für irgendwas. Ich bedanke mich auch für Angebote, mir dieses Erklären zu wollen, denn vermutlich habe ich eine Denkblockade, die sich eben aus meinem nun mal klassisch ingenieurmäßigem Verständnis ergibt, an solche Sachen heranzugehen. Quantenphysikalische Ansätze sind mir dazu noch nicht bekannt.

Wenn Sie sich solche Steine unter das Bett legen wollen: tun Sie es. Mit dem passenden Bewusstsein gibt das ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis, denn Rosenquarze gibt es für wenige Euro in vielen Läden.