24 Wellenlänge

Wellenlänge und Frequenz

Ein großer Bereich, der erstaunlich oft Probleme bereitet: die verschiedenen Wellenlängen und ihre typischen Funkdienste. Hinweis für Nicht-Techniker: Wellenlängen lassen sich in Frequenzen umrechnen, der Umrechnungsfaktor ist vom Medium abhängig, wobei hier Vakuum und Luft fast identisch sind. Der Praktiker benutzt nur Frequenzangaben (in Hertz, also z.B. kHZ oder MHz).
Frequenzen kann man nicht irgendwie vermehren, man kann nur auf andere Bereiche ausweichen oder sich arrangieren. Arrangieren bedeutet dann auch, eine gegenseitige elektromagnetische Verträglichkeit zu erzeugen, denn z.B. sollte ein kleiner Sender nicht eine große Maschine lahm legen, die zufälliger Weise an dieser Stelle sehr empfindlich ist (Lösung: diese Maschine unempfindlicher machen). Und umgekehrt darf diese Maschine nicht Störungen aussenden, die dazu führen würden, dass dieser kleine Sender nicht empfangen wurden kann, da ein Störsignal den Empfang überstrahlt. Früher war allen Zuhörern klar, was das bedeutet, heute, wo man auf Tastendruck jeden Sender bekommt, ist dieses Wissen in Vergessenheit geraten: Bildlich gesprochen können Sie nachts eine Taschenlampe über viele hundert Meter leuchten sehen, tagsüber aber eben nicht oder nur in unmittelbarer Nähe (da eben zuviel ähnliche Strahlung den Empfang, also das Erkennen, sehr erschwert). Wir kommen auf dieses Thema an anderer Stelle nicht ganz so bildlich, dafür sehr viel formeller, wieder.

Gedankenexperiment. Ein jeder von Ihren kann sich einen Meter vorstellen. bei einer Wellenlänge von einem Meter, das wären 300 MHz, befinden wir uns irgendwo beim Taxifunk, zwischen UKW-Rundfunk und Fernsehen.
Mit 300m haben wir die Wellenlänge von einem Mittelwellensender (1 MHz), Lanwellensender wie der DCF 77 für die atomgenaue Uhrzeit.
1 kHz ist ein netter Pfeifton, die Sie hören können - Wellenlänge 300 km….und schließlich für die Netzwechselspannung von 50 Hz eine Wellenlänge von 6km.
Trotz dieser Dimensionsunterschiede meinen viele EMF-Autoren, daß hier überall die gleichen Aussagen und Berechnungen möglich wären. Aber darüber sollten Sie sich selbst ein Urteil bilden können, ich kann nur Brücken für einen Dialog bauen. Es gibt reichlich Literatur zu diesem Thema, suchen Sie sich selbst etwas aus!

Oder so EMV MessungÜbrigens lassen sich alle nicht-sinusförmigen Ströme (wie in der Datentechnik benutzt, deshalb auch oft "Digitaltechnik" genannt) auf sinusförmige Anteile zurückrechnen. Oder besser gesagt: Jeder Rechteck- oder sonstwie geformte Strom hat sinusförmige Bestandteile, aus denen er sich aufbauen läßt. Das ganz heißt mathematisch Fouriertransformation. Die extremste Form dieser Fouriertransformation ist ein Strom, der nur sehr kurzzeitig fließt, wie z.B. ein (natürlicher) Blitzschlag. Dieser Blitz hat, wenn man ihn mathematisch optimiert und extrem darstellt, die Dauer von fast gleich null und dann von jeder denkbaren Frequenz den gleichen Anteil (Amplitude). Ein Bioblitz, um das Beispiel zu normalisieren, hat eine Dauer von meist wenigen Sekundenbruchteilen und enthält Frequenzanteile bis weit in den MHz-Bereich. Übrigens wird aus diesem Grunde in tropischen Gegenden, in denen naturgemäß sehr viele Gewitter stattfinden, keine Mittelwelle, sondern ein höherfrequenten Band (75m und 60m) zur Rundfunkversorgung genutzt. UKW scheidet dort aufgrund der geringen Reichweite oftmals aus.